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Niedersächsische Wirtschaft will Y-Trasse nicht aufgeben

Mittwoch, 08 Februar 2012

Die umstrittene Y-Trasse zur Entlastung der Bahnstrecken zwischen Bremen, Hamburg und Hannover hat nach Auffassung der niedersächsischen Wirtschaft weiter eine Chance.

Aus der Ankündigung der Bahn von vergangener Woche, auch Alternativen prüfen zu wollen, dürfe man noch lange nicht das Aus für das Milliardenprojekt ableiten, betonte Felix Jahn von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Oldenburg am Montag: "Es darf nicht der Eindruck entstehen, die Y-Trasse sei schon tot."

Auch Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) habe klargestellt, dass die von Bürgerinitiativen heftig kritisierte Trasse unverzichtbar für die Anbindung der nordwestdeutschen Seehäfen sei. Ohne sie seien die erwartete Zunahme der Gütermengen in den kommenden Jahren und die wachsenden Hafen-Transporte nicht zu bewältigen, sagte Jahn.

Der Bund hatte die Bahn vor kurzem aufgefordert, bis Anfang 2013 auch andere Vorschläge zum Ausbau des vorhandenen Schienennetzes in Norddeutschland zu entwickeln. Ein Konzernsprecher sagte, erst dann werde entschieden, welche Lösung am sinnvollsten und effektivsten sei: "Wir untersuchen nun auch alternative Strecken. Zu Beginn des nächsten Jahres legen wir alle Planungsergebnisse auf den Tisch." Die Bahn hatte bereits 2011 eine neue Kostenrechnung angekündigt. Eine frühe Kalkulation aus dem Jahr 2003 war auf rund 1,6 Milliarden Euro gekommen, inzwischen liegen die Schätzungen deutlich höher.

Die Y-Trasse soll den Container-Transport zwischen Hannover und den Seehäfen Bremen und Hamburg beschleunigen. Ihre Befürworter befürchten ohne den Ausbau von Bahnverbindungen einen Verkehrskollaps mit überfüllten Straßen- und Schienenwegen. Zudem könnten dann Schiffe statt Hamburg oder Bremerhaven ausländische Häfen ansteuern.

Dagegen forderte der Verkehrsclub Deutschland (VCD) die schwarz-gelbe Landesregierung in Hannover auf, von dem aus seiner Sicht überholten Konzept Abstand zu nehmen. Nun müssten vor allem der zweigleisige Ausbau von Rotenburg/Wümme nach Verden sowie die "Amerikalinie" von Bremen nach Uelzen stärker beachtet werden.

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